Als ich das Gebäude der HAFL vor rund acht Jahren als naiver Student zum ersten Mal betrat, wusste ich noch nicht, wie wertvoll und spannend meine Tätigkeit hier später einmal sein würde. Dies änderte sich schnell.
Symbolbild: Labor

BFH Alltag: Die Kolumne von Mitarbeitenden für Mitarbeitende

«Ewiges Einerlei», so umschreiben verschiedene Synonymwörterbücher das Wort «Alltag». Dass der Arbeitsalltag an der BFH jedoch weit mehr ist als ein «ewiges Einerlei» und in Wirklichkeit unzählige Geschichten bereithält, die zum Schmunzeln oder Nachdenken anregen, davon erzählt diese Kolumne.
In dieser Ausgabe: Dominik Füglistaller, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) zum Thema: «Pflanzenschutzmittel und ich».

Ein Text von Dominik Füglistaller

Wenn ich heute am Morgen mit meinem Velo in die Abstellhalle fahre, ist es meist noch ruhig. Ich stelle mein Velo ab und gehe durch einen Gang aus Sichtbeton. Links und rechts Türen, welche in die Labors der Chemie und Lebensmitteltechnologie führen. Hier wird später unterrichtet oder irgendetwas mit Proteinen synthetisiert. Ein paar Schritte weiter begegne ich den Leuten unseres Putzteams. Sie sind schon fleissig. Wir grüssen uns, ab und zu halten wir einen kurzen Schwatz.

Danach biege ich in den Raum ein, wo sich das Postfach für Mitarbeitende befindet. «Sehr schön», denke ich, «der Schweizer Bauer liegt da.» Meine Morgenlektüre. Ich nehme ihn mit und steuere Richtung Büro. Manchmal begegne ich unterwegs meinem Chef oder ich kreuze den Abteilungsleiter und wechsle mit ihm ein paar Worte über unsere gemeinsame Passion, die Imkerei. Im Büro angekommen, schalte ich den Computer ein, checke meine Mails und überfliege den «Schweizer Bauer».

In dieser Zeitung begegnete mir vor Kurzem wieder einmal das Thema Pflanzenschutz. Das Thema ist politisch ein heisses Eisen, zumal Abstimmungen zu den Pflanzenschutzinitiativen bevorstehen. Auch in meiner täglichen Arbeit hat die Pflanzenschutzthematik einen hohen Stellenwert. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter untersuche ich die verschiedenen Pflanzenschutzmittel oder erforsche neue Methoden, um den Einsatz ebendieser Mittel zu reduzieren beziehungsweise ganz auf sie zu verzichten.

Mir selbst liegt die Reduktion der Pflanzenschutzmittel am Herzen und ich bin der Überzeugung, dass wir hier möglichst bald eine gute Lösung finden müssen. Fakt ist: Ein grosser Teil der Bevölkerung wünscht sich immer noch makelloses Obst und Gemüse. Etwas, das heute ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln schwer zu produzieren ist. Ich bin der Meinung, dass es hier entlang der ganzen Wertschöpfungskette ein Umdenken und gute Aufklärungsarbeit braucht.

Ich bin froh und dankbar, mit meiner täglichen Arbeit an der HAFL einen wichtigen Beitrag zu dieser Thematik leisten zu können.

Der Kolumnist

Dominik Füglistaller, wissenschaftlicher Mitarbeiter der HAFL, arbeitet seit 5 Jahren im Bereich Pflanzenschutz und Agrarökologie. Neben der Tätigkeit an der HAFL engagiert er sich für heimische Naturfasern (Leinen, Hanf und Nesseln), liebt Bier aus Schweizer Rohstoff und imkert gern.

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