Pläne in der Hand. Holzteile auf den Tischen. Konzentration in der Luft. Am letzten von vier Vorbereitungsnachmittagen trafen Studierende der BFH-AHB letzte Vorkehrungen für die Special Week. Sie bauten die Prototypen selbst entworfener Pop-up-Möbel, die sie später an einer renommierten Design-Messe in Kopenhagen ausstellen würden.
Charles O. Job und Katrin Künzi in der Werkstatt
Die beiden Dozierenden Charles O. Job und Katrin Künzi begleiten die Studierenden im Rahmen der Special Week nach Kopenhagen. Bild: Julia Zosso

Die Special Week ist eine interdisziplinäre Projektwoche des Departements Architektur, Holz und Bau. Sie verfolgt zweimal jährlich das Ziel, Studierende der drei Fachrichtungen zu einem bestimmten Thema zusammenzubringen. Eines der Themen des diesjährigen Frühlingssemesters: «Learning from Danish Design». Eine Reise in das Design-Mekka Kopenhagen mit dem Ziel, vor Ort Möbel zu bauen und auszustellen. Nicht irgendwelche Möbel, sondern solche, die ins Konzept einer «Pop-Up Embassy» passen. Und nicht irgendwo ausstellen, sondern an der international bekannten «3daysofdesign». Aber der Reihe nach …

«Pop-Up Embassy»

Gabriel, angehender Holzbauingenieur und Patrick, Architekturstudent, diskutieren das weitere Vorgehen bei der Fertigung ihres Prototypen.
Gabriel (links), angehender Holzbauingenieur und Patrick (rechts), Architekturstudent, diskutieren das weitere Vorgehen bei der Fertigung ihres Prototypen. Bild: Julia Zosso

Stellen Sie sich vor: Ein Botschafter bleibt nicht in seiner Botschaftsvilla, sondern schnappt sich sein Fahrrad und trifft seine Landsleute im öffentlichen Raum. Für diese Idee sei Benedikt Wechsler, Schweizer Botschafter in Dänemark, kürzlich ausgezeichnet worden, erklärt Charles O. Job, Professor für Architektur und Entwurf des Fachbereichs Architektur der AHB und Teil des interdisziplinären Coaching-Teams. Er habe von diesem Konzept gehört und leitete daraus die Aufgabenstellung für die Special Week ab. «Wir wollten der Frage nachgehen, mit welchen Möbeln oder Raumelementen so eine «Pop-Up Embassy» gestaltet werden könnte», führt er aus.

Die Schweiz repräsentieren

Remo, angehender Holzbauingenieur und Lorena, Architekturstudentin, arbeiten konzentriert in der Werkstatt.
Remo, angehender Holzbauingenieur und Lorena, Architekturstudentin, arbeiten konzentriert in der Werkstatt. Bild: Julia Zosso

Damit sie auf einem Fahrrad transportiert und flexibel auf- und abgebaut werden können, sollten die Möbel vor allem leicht und mobil sein. Gleichzeitig sollten sie die Schweiz repräsentieren und aus dem Werkstoff Holz gefertigt sein, sagt Charles Job. Ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Studierenden hatten lediglich vier Nachmittage für die Entwicklung und zwei Tage in einer Kopenhagener Werkstatt für die Fertigung der Möbel.

Dass das zu schaffen ist, zeigten die Studierenden schon am vierten Vorbereitungsnachmittag. Sie bauten die Prototypen ihrer Pop-Up-Möbel und präsentierten sie der Gruppe. Darunter ein Hocker, der umgekehrt auch als Korb genutzt, ein Stehtisch, der zu einem kleineren Tischchen mit Stuhl umfunktioniert, oder ein X-förmiger Hocker, der zu zwei Z-förmigen Hockern auseinandergezogen werden kann.

Es geht um die Zusammenarbeit

Viola, Architekturstudentin und Max, angehender Holzbauingenieur, setzen die Einzelteile des Prototypen zusammen.
Viola, Architekturstudentin und Max, angehender Holzbauingenieur, setzen die Einzelteile des Prototypen zusammen. Bild: Julia Zosso

«Letztlich waren die Möbel aber sekundär», betont Charles Job. Es ging vielmehr um die Diskussionen der Studierenden zu einem Thema. Um die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg. Darum, selber etwas zu konzipieren und anderen eine Idee zu verkaufen.

Dies bestätigt auch Katrin Künzi, Professorin für Kommunikation und Kultur des Fachbereichs Holz der AHB, die das beeindruckende Programm der Kopenhagener Special Week zusammenstellte. Sie war bereits 2018 mit einer Gruppe von Studierenden in Dänemark, realisierte einen begehbaren, skulpturalen Raum und knüpfte Kontakte – unter anderem auch mit dem Botschafter Benedikt Wechsler. Von diesen Kontakten profitierte sie in diesem Jahr erneut. Als offizieller Partner der Special Week ermöglichte Benedikt Wechsler den Studierenden, ihre erarbeiteten Möbel am 24. und 25. Mai 2019 auszustellen. Der Zufall wollte es, dass exakt zu dieser Zeit die renommierte Design-Messe «3daysofdesign» stattfand, sodass neben den Möbeln der Studierenden auch noch Ausstellungen internationaler Grössen wie USM, Vitra oder Laufen gezeigt wurden. «Ein absoluter Glücksfall», lacht Katrin Künzi. Es habe einfach eines zum anderen geführt.

Follow up

Wenn Sie wissen wollen, wie es in Kopenhagen weiterging und welche Erfahrungen die Studierenden sammeln konnten, sehen Sie sich hier die Bildstrecke an:

Weitere Informationen zur Special Week

«Learning from Danish Design» war nur eines von mehreren Angeboten der Special Week. Vom Bau und Betrieb eines 3D-Druckers über eine Reise nach Ljubljana um städtische Infrastrukturen zu studieren, bis hin zur Entwicklung eines flexiblen Baumhauses konnten sich Bachelorstudierende des Departements Architektur, Holz und Bau für insgesamt 12 verschiedene Spezialprogramme einschreiben.

Lesen Sie mehr dazu im Intranet.

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