Joshua Drewlow ist Student der Medizininformatik, arbeitet als Hilfsassistent am gleichnamigen Institut und «entdeckt gern neue Welten». Nebst Ahnenforschung, Fotografie und diversen sozialen Engagements ist es zurzeit das Rennvelo, das ihn begeistert und über seine Arbeit hinaus an der BFH bekannt macht.
Joshua Drewlow
Joshua Drewlow fährt seit acht Jahren Rennvelo. Bild: zvg

Spotlight

Überraschendes, Witziges oder Herausragendes der BFH-Mitarbeitenden sichtbar machen: Darum geht es in dieser Serie. Unter dem Leitsatz «Bekannt für…» porträtieren wir ausgewählte BFH-lerinnen und BFH-ler, die weit über ihren Arbeitsplatz hinaus für spannende Geschichten sorgen.

«Mein Zeitmanagement ist grottenschlecht, aber irgendwie funktioniert es trotzdem», antwortet Joshua Drewlow lachend auf die Frage, wie er all seine Interessen und Engagements unter einen Hut bringt. «Ich suche die Herausforderung und lerne einfach gern Neues», erklärt er.

Für Menschen

Als Kind träumte er davon, als Notarzt zu arbeiten. «Mit Helikopter und so», sagt er. Als Jugendlicher entschied er sich für eine Lehre als Informatiker. Heute verbindet Joshua Drewlow beruflich beide Disziplinen: als Student und Hilfsassistent am Institut für Medizininformatik an der BFH.

Seine Arbeit bestehe in erster Linie darin, Apps für den medizinischen Bereich zu programmieren. Aktuell etwa eine Tablet-App zum Thema Multiple Sklerose, die es Patientinnen und Patienten ermöglicht, beim regelmässigen Durchführen von Übungen Schwankungen des Krankheitsverlaufs zu erfassen. Später möchte er gern als Projektleiter arbeiten – ebenfalls im Bereich Medizininformatik, am liebsten in einem Spital.

An der Arbeit am Institut gefalle ihm der Austausch mit Fachpersonen aus unterschiedlichen Disziplinen. «In einem Büro sitzt ein Chirurg, in einem anderen eine Informatikerin, im dritten ein Rettungssanitäter oder ein Datenanalyst», erklärt Joshua Drewlow. Das mache die Arbeit vielseitig und wertvoll. Ausserdem sei für ihn bei der Medizininformatik im Gegensatz zur Informatik, wo sich vieles darum drehe, eine Software leistungsfähiger zu machen oder eine Benutzeroberfläche attraktiver zu gestalten, der Mensch stärker spürbar.

Für den Ausgleich

Training zuhause
Bei schlechtem Wetter richtet er sich für das Training zuhause ein. Bild: Joshua Drewlow

Die soziale Ader zeigt sich bei Joshua Drewlow auch in der Freizeit. Er ist in einer Kirchgemeinde engagiert und singt in einem Chor. Daneben macht er Ahnenforschung, fotografiert und mag die Natur. Seine Frau habe ihm neulich ein Buch zum Thema «Vögel» geschenkt, erklärt er und schwärmt: «Jetzt bin ich voll fasziniert, es gibt ja so viele Vogelarten.»

Den sportlichen Ausgleich findet Joshua Drewlow seit ein paar Jahren im Rennvelofahren. Den Körper zu spüren, auf etwas hinzuarbeiten und es dann auch zu schaffen, reizt ihn an diesem Hobby besonders. «Das Velofahren macht mich ausgeglichener», fährt er fort. Seit er regelmässig trainiere, fühle er sich fitter und werde weniger krank.

Wenn immer möglich fährt er mit dem Rennvelo an Orte, die er noch nicht kennt. Weil er sich alles selbst beibringt, zahlt er dabei hin und wieder auch etwas Lehrgeld. «Ich habe zum Beispiel kurz vor einer Trainingsfahrt nach Genf den Sattel verstellt und es war mir nicht bewusst, dass ich dadurch meine Muskeln und Gelenke anders belaste», sagt er schmunzelnd. Die Folge waren Knieprobleme, von denen er sich zum Glück relativ schnell wieder erholte.

Für den Studiengang

Joshua Drewlow verbringt normalerweise rund 4 bis 5 Stunden pro Woche auf dem Velo, wenn er ein grösseres Ziel vor Augen hat auch gern mehr. «Dann stelle ich mir ein Trainingsprogramm zusammen und gehe die Sache strukturierter an als sonst», hält er fest. Ein grösseres Ziel war etwa die Fahrt über 1200 Kilometer nach Rom vor einem Jahr. Ein weiteres wäre im Sommer auf dem Programm gestanden. Dann wollte er nach Berlin an die DMEA fahren, Europas wichtigste Messe für digitale Gesundheitsversorgung, die nun wegen des Coronavirus in digitaler Form stattfindet.

Mit der Fahrt nach Berlin wollte er Werbung machen für seinen Studiengang. «Die Idee dafür entstand beim Neujahrsessen des Instituts», sagt er. Später habe sich sein Vorhaben herumgesprochen und gemeinsam mit der Kommunikationsabteilung habe er sogar ein Velooutfit erarbeitet, das er unterwegs tragen wollte.

Anstatt von Biel nach Berlin zu fahren, will Joshua Drewlow die 1000 Kilometer jetzt innerhalb der Schweiz abstrampeln und dabei ehemalige Studierende des Studiengangs Medizininformatik besuchen. «Ich werde Interviews mit den Alumni durchführen und hinterher publizieren», sagt er. «So können sich interessierte Studierende später besser vorstellen, wie die berufliche Zukunft mit dieser Ausbildung aussehen könnte.»

Für mehr als nur virtuelle Schweisstropfen

Zwift
Mit dem Velo-Game «Zwift» lassen sich auch Rennen veranstalten. Bild: Joshua Drewlow

Auch Kälte oder schlechtes Wetter halten Joshua Drewlow nicht vom Velofahren ab. In solchen Fällen steigt er einfach zuhause aufs Rad und fährt mithilfe eines Velo-Games durch virtuelle Welten. Für dieses Indoor-Training stellt er sein Velo in eine Vorrichtung im Keller und misst mit Sensoren Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Puls. «Man kann im Game auch Rennen fahren», erklärt er. «Gegen Leute aus anderen Ländern, wobei jeder bei sich zuhause am Schwitzen ist.»

Es überrascht nicht, dass sich Joshua Drewlow neben dem Velofahren auch immer mehr für die Pflege, Wartung und Instandhaltung seines Velos zu interessieren beginnt. «Mein Pfadiname war Kolumbus», meint er. Vermutlich weil er schon als Kind viel Interesse an neuen Dingen zeigte und sie zu verstehen suchte.

1000 Kilometer für die Medizininformatik

Alles rund ums Veloprojekt von Joshua Drewlow sowie die Gespräche, die er mit den ehemaligen Studierenden des Studiengangs Medizininformatik führen wird, lesen Sie ab dem 13. Juli 2020 auf www.tour-de-medizininformatik.ch

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