Wer kennt sie nicht? Diese Tage, an denen der Büroalltag die Energie wegfrisst wie die Sonne die Eiswürfel im Glas. Momente, in denen die Konzentration schwerfällt oder das nachmittägliche Energietief zuschlägt. Die Lösung heisst MOMENTmal.
MOMENTmal

MOMENTmal ist ein Raum an der BFH-HAFL, der allen Mitarbeitenden offensteht. Zwei Sessel, eine Liegemöglichkeit und eine Yogamatte bieten Platz für Entspannung, Yoga, Meditation und das Schmökern in verschiedenen Büchern zu Themen wie Arbeit, Gesundheit und Persönlichkeit. Mütter können sich für einen Moment der Ruhe oder zum Milchabpumpen zurückziehen, frischgebackene Väter und andere Nachtvögel den verpassten Schlaf mit einem Powernap kompensieren. MOMENTmal soll für alle das sein, was sie gerade brauchen.

Einen Rückzugsort schaffen

Orte der Entspannung an der BFH

MOMENTmal ist ein Angebot von vielen an der BFH – der Ruheraum an der Hallerstrasse ein weiteres. Kennen Sie weitere Angebote? Haben Sie den ultimativen Tipp, um zu entspannen und frische Energie zu tanken? Posten Sie weitere Informationen, Tipps und Anregungen in der Kommentarspalte.

«Ein Workshop hat gezeigt, dass so ein Angebot ein grosses Bedürfnis ist», sagt Barbara Eiselen, Initiantin des MOMENTmal und wissenschaftliche Mitarbeiterin Agrarwirtschaft. Die Mitarbeitenden wünschten sich einen Ort, der gut erreichbar, aber nicht einsehbar ist. «Ein geschützter Raum sollte es sein», betont sie. Diesen Aspekt findet auch Christine Geissbühler, Dozentin für Wirtschaft, ganz wichtig: «Früher habe ich auch schon mal meine Yogamatte im Büro ausgerollt. Nur fühlte ich mich dabei beobachtet, auch wenn das Büro leer war.» Sie schätzt deshalb diese Rückzugsmöglichkeit, den Raum zum «Düreschnuufe» wie sie sagt. «Daher soll der Raum spontan zugänglich sein und kann bewusst nicht gebucht werden», erläutert Denise Utiger, Mitarbeiterin Services HAFL und seit Anfang des Jahres für den MOMENTmal verantwortlich.

Meditationsübung
Tobias Keller entspannt mit einer Meditationsübung im MOMENTmal. Bild zvg

Den spontanen Zugang schätzt auch Tobias Keller, wissenschaftlicher Mitarbeiter, der sich unregelmässig, meistens nach dem Mittagessen einen MOMENTmal gönnt. «Ich nutze den Raum, um herunterzufahren, auszuruhen, ganz bei mir anzukommen», sagt er. Dazu höre er oft eine Meditation aus der 7Mind-App. «Meistens gehe ich hinterher mit einer neuen Idee, frischem Elan und einer offeneren Sichtweise zurück an die Arbeit», erklärt er. Christine Geissbühler nutzte den Raum für ihre «Hausaufgaben» im Rahmen eines Kurses für achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. «Meistens habe ich nach dem Mittagessen meine Meditations- oder Yogaübungen gemacht und dabei festgestellt, dass dies eine wunderbare Möglichkeit ist, um mein energetisches ‘Mittagsloch’ zu überwinden», erklärt sie. Tobias Keller schätzt den Raum zudem als gute Alternative zum Waldspaziergang, den er bei schönem Wetter gern macht. Genau so soll es gemäss Denise Utiger auch sein: «MOMENTmal soll sinnvoll die Möglichkeiten für Pausen, Entspannung und Ruhe ergänzen, die es an der BFH-HAFL sowieso schon gibt.»

Entspannung fördert Kreativität

«Echte Pausen sind wichtig», hält Tobias Keller fest. Und Barbara Eiselen betont: «Es ist ein starkes Zeichen, dass die BFH-HAFL den MOMENTmal ermöglicht hat und sich damit für die Gesundheit der Mitarbeitenden starkmacht». Ein lohnendes Engagement findet auch Christine Geissbühler. Als Co-Leiterin der Innovationsmanufaktur der BFH-HAFL weiss sie, welche Faktoren die Kreativität beflügeln. Sie sagt: «Es ist erwiesen, dass wir in entspanntem Zustand kreativer sind». Dieses Wissen gibt sie unter anderem ihren Studierenden der Vertiefungsrichtung «Management und Leadership» weiter. Diese lernen, wie sie Entspannungsübungen gewinnbringend nutzen können, um bei Projektbeginn möglichst viele kreative Ideen zu generieren. Christine Geissbühler betont: «Wenn sich die Studierenden auf Entspannungsübungen einlassen und sich danach als kreativer wahrnehmen, erfüllt mich das mit grosser Freude.»

MOMENTmal – wie alles begann

Der Auslöser für die Idee zu MOMENTmal war ein persönliches Schicksal. Initiantin Barbara Eiselen hatte vor einigen Jahren eine Bürokollegin, die einen Herzstillstand erlitt und als Folge davon eine Schädigung des Gehirns davontrug. Dies hatte zur Folge, dass sie Menschen nicht mehr erkannte, ihr ganzes Fachwissen unwiederbringlich verlor und nicht mehr in ihren Beruf zurückkehren konnte. Barbara Eiselen hatte die Zeichen wahrgenommen: «Sie hatte viel Stress, schrieb mitten in der Nacht E-Mails und ich befürchtete, dass sie auf ein Burnout zusteuert». Auch die Kollegin spürte offenbar die nahende Katastrophe. «In unserem letzten Gespräch sagte sie mir, dass sie wieder mehr Pilates machen sollte», erzählt Barbara Eiselen nachdenklich. Sie habe realisiert, dass es für betroffene Personen schwierig sein könne, die Abwärtsspirale zu stoppen, selbst wenn die Situation erkannt sei. Deshalb wollte Barbara Eiselen zusammen mit ihrem Team an der BFH-HAFL nicht nur ein Angebot zur Entspannung im hektischen Büroalltag schaffen, sondern eben ein MOMENTmal – ein Denkmal, das alle Mitarbeitenden aufrufe: «Schau gut zu dir und deiner Gesundheit. Mach mal Pause. Gönn dir Ruhe».

Mehr Informationen zum Thema:

Ermöglicht wurde die Umsetzung des Projekts MOMENTmal auch mit der Unterstützung der Chancengleichheit. Eine erfolgreiche Projekteingabe bei den Calls für innovative Massnahmen Chancengleichheit half bei der Finanzierung.

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