Die Digitalisierung verändert die Lehre und stellt Dozent*innen vor neue Herausforderungen. Mit dem Projekt «Virtuelle Akademie» entsteht an der BFH eine Plattform, die Dozent*innen eine individuelle Weiterbildung im Bereich «Digital Skills in der Lehre» bietet und den Erfahrungsaustausch zum Thema fördert.
Die «Virtuelle Akademie» bietet Dozent*innen an der BFH eine berufsbegleitende Weiterbildung im Bereich «Digital Skills».
Die «Virtuelle Akademie» bietet Dozent*innen an der BFH eine berufsbegleitende Weiterbildung im Bereich «Digital Skills». Bild: zvg

P-8 «Stärkung von Digital Skills in der Lehre»

Die Virtuelle Akademie ist eines von drei innovativen Projekten der BFH, welche im Rahmen des Programms «P-8 Stärkung von Digital Skills in der Lehre» vom Bund unterstützt werden. Das Programm ist für die Periode 2019-2024 mit CHF 30 Mio. dotiert. Im Video erfahren Sie mehr über die Angebote der Virtuellen Akademie.

Seit der Coronapandemie durchdringt die digitale Transformation die Hochschulen noch schneller als zuvor und stellt Dozent*innen in der Lehre vor neue Herausforderungen: Welche Auswirkungen hat es, wenn wir eine analoge Lehrveranstaltung eins zu eins online abbilden? Wie können Student*innen in der digitalen Lehre besser miteinbezogen werden? Warum kommen manche didaktischen Methoden in der digitalen Lehre bei einigen Studierendengruppen besser an als andere? Solche und ähnliche Fragen zu klären sowie Dozent*innen bei der Realisierung digitaler Lehrveranstaltungen zu unterstützen, ist Ziel des Projekts «Virtuelle Akademie» der BFH. «Wir schaffen mit der ‘Virtuellen Akademie’ eine Plattform, die den Dozent*innen eine individuelle und selbstbestimmte Weiterbildung im Bereich «Digital Skills» ermöglicht», erklärt Ioana Gatzka, Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachstelle Hochschuldidaktik & E-Learning (HdEL). Die Plattform solle Dozent*innen motivieren, ihre Erfahrungen und ihr didaktisches Know-how innerhalb einer breiten Community of Practice auszutauschen, um voneinander zu lernen.

Webinare, Podcasts und Microlearning

Die «Virtuelle Akademie» ist eines von drei innovativen Projekten der BFH, welche im Rahmen des Programms «P-8 Stärkung von Digital Skills in der Lehre» vom Bund unterstützt werden. Die Plattform beinhaltet praxisorientierte Angebote wie Online-Sprechstunden, Webinare mit Good-Practice-Beispielen, Expert*innendiskussionen als Podcasts, kollaborative Räume für den Ideen- und Erfahrungsaustausch sowie Microlearning-Einheiten wie zum Beispiel Foto- oder Videoanleitungen, auf die Dozent*innen zugreifen können. Sie wird voraussichtlich im Juli 2021 an der BFH lanciert. Aufgrund der Coronakrise hat die Fachstelle HdEL aber bereits im Frühling 2020 erste Angebote der «Virtuellen Akademie» auf der Lernplattform Moodle umgesetzt.

«Die hohe Nutzerzahl der Austauschforen auf Moodle und Microsoft Teams zeigt, dass diese Angebote seither rege genutzt werden», erzählt Gatzka. Die Dozent*innen hätten ein grosses Bedürfnis, sich über Probleme, Tipps und Tricks auszutauschen. «Dabei ist erfreulich, dass es oft gar nicht mehr das Team der Hochschuldidaktik ist, welches in den Foren Fragen beantwortet, sondern die Dozent*innen selbst», meint Gatzka schmunzelnd. Wichtig sei bei dieser Art von Austausch vor allem die Etablierung einer Fehlerkultur, fährt sie fort. «Wir müssen uns trauen, über Fehler zu sprechen. Nur so können wir auch aus ihnen lernen.»

Von der Wissensvermittlung zum Kompetenzerwerb

Um Lehrveranstaltungen erfolgreich digital zu gestalten, könne man den Frontalunterricht nicht einfach in die Online-Welt verlagern, betont Ioana Gatzka. Es brauche bei digitalen Lehrveranstaltungen auch eine angepasste Didaktik und Methodik, um Student*innen optimal zu begleiten. Wichtig sei, die Lernziele klar zu deklarieren und Abläufe und Lernmaterialien wie zum Beispiel aufgezeichnete Vorlesungen, Slidecasts oder interaktive Simulationen aufzubereiten und gut zu strukturieren. «Wenn dies gelingt, haben Dozent*innen für den Austausch mit den Student*innen mehr Zeit», sagt Gatzka. Etwa für die Beantwortung von Fragen oder für inhaltliche Diskussionen. Sie erinnert sich in diesem Zusammenhang an einen Dozenten, der in einer Podcast-Diskussion folgende Erfahrung teilte: «Die erfolgreichste Online-Lehrveranstaltung, in der ich mich den Student*innen am nächsten gefühlt habe, war die, in der ich den kleinsten Redeanteil hatte.» Gatzka ist überzeugt: «Solche Erfahrungen zeigen, dass die Distanz zu Student*innen, die bei digitalen Lehrveranstaltungen entstehen kann, über Dialog und Strukturierung der Inhalte erfolgreich überwunden wird.»

Gemäss Ioana Gatzka bleiben «Digital Skills» auch nach Coronazeiten ein wichtiger Bestandteil der Hochschullehre: «Durch sie weicht die frontale Präsentation von Fakten im Präsenzunterricht immer mehr der Vertiefung und Diskussion des Gelernten.» Diese Entwicklung von wissensorientierter Lehre hin zu einer kompetenzorientierten Lehre sei eine riesige Chance und sie freue sich, die Dozent*innen der BFH mit der «Virtuellen Akademie» in dieser Entwicklung zu unterstützen.

Fachstelle Hochschuldidaktik & E-Learning (HdEL)

Die Fachstelle Hochschuldidaktik & E-Learning (HdEL) bietet Lehrpersonen der BFH didaktische Weiterbildungen und Beratungen an und unterstützt sie beim Einbinden von digitalen Medien in den Unterricht.

Tipps, Tricks und Tools, wie Sie Ihren Student*innen digital ein attraktives Studium bieten und dies aus didaktischer und technischer Sicht bewältigen können, finden Sie im Intranet.

Zur Person

Ioana GatzkaIoana Gatzka ist seit Juli 2019 Projektleiterin der Virtuellen Akademie und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachstelle Hochschuldidaktik und E-Learning. Die gebürtige Rumänin studierte in Deutschland Informatik und arbeitete danach mehrere Jahre an der Fernfachhochschule Schweiz und an der Fachhochschule Nordwestschweiz als Moodle-Spezialistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich E-Learning.

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