Bereits vor der Coronakrise haben Dozierende an der BFH mit so genannten «Blended-Learning-Konzepten» gearbeitet. Sie kombinierten Kontakt- mit begleitetem Selbststudium, wobei sie mit Präsenz- und Online-Elementen arbeiteten. Doch dann kam der 16. März 2020 und plötzlich galt: 100 % Distance Learning.

Als «historisch» bezeichnet Dominique Herren, Leiter der Fachstelle Hochschuldidaktik & E-Learning HdEL den Moment, in dem die BFH die Präsenzlehre einstellte. «Zum Glück waren wir bereit und konnten rasch handeln», sagt Herren. Das HdEL stellte den Dozierenden umgehend zusätzliche Anleitungen und Merkblätter zu Distance Learning zur Verfügung.

Ansturm bei den Online-Sprechstunden

«Die Dozierenden waren sehr motiviert, in kürzester Zeit auf Distance Learning umzustellen», erzählt Herren. Das HdEL-Team sei anfangs fast rund um die Uhr im Einsatz gewesen. In Sprechstunden via MS Teams wurden individuelle Fragen diskutiert und beantwortet. Dabei habe er die Stimmung als extrem positiv erlebt. Grundsätzlich seien drei Hürden zu meistern gewesen: Erstens die technischen Herausforderungen, zweitens das Ausschöpfen der didaktischen Möglichkeiten der Lernplattform Moodle und drittens das Umstellen auf die digitale Lehre an sich. Also Fragen wie: Welche didaktischen Prinzipien gelten in der digitalen Lehre?

Online diskutieren und motivieren

Hauptthemen waren gemäss Herren die digitale Umsetzung von Kleingruppendiskussionen und -arbeiten sowie die Frage, wie das Aktivieren der Studierenden online gut gelingen könne. Tipps zu diesen Themen nahmen auch Stefan Probst, Dozent für Tierernährung an der HAFL und Giovanna Di Pietro, Dozentin für Physik im Bereich Konservierung und Restaurierung der HKB, gerne entgegen. Für Probst bestand die grösste Herausforderung darin, geplante Exkursionen und praktische Übungen mit Distance Learning sinnvoll umzusetzen, so dass die Lernziele erreicht werden können». Und Di Pietro ergänzt: «Ich setze im Unterricht auf den Austausch und die Zusammenarbeit der Studierenden untereinander. Online ist es jedoch für die Studierenden umständlich, gemeinsam Gedanken und Antworten auf meine Fragen zu diskutieren». Das sei herausfordernd gewesen. Sie habe sich ausserdem individuell im Zusammenhang mit dem Aufzeichnen und gemeinsamen Nutzen von Studierendenvideos beraten lassen. Di Pietro hält fest: «Das HdEL hat eine ganz erstaunliche Arbeit geleistet».

Video-Rückblick auf eine intensive Zeit im HdEL in den ersten Wochen nach der Umstellung zum vollständigen Distance Learning.

Anspruchsvolle Situation gemeinsam gemeistert

«Die Lernkurve war insbesondere bei Dozierenden mit wenig Erfahrung im Distance Learning enorm», berichtet Herren. Die Dozierenden profitierten einerseits von der Unterstützung des HdEL-Teams, andererseits vom Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Letzteren unterstützte das HdEL mit einem eigens dafür aufgebauten Moodle-Kurs. «Ich habe noch nie erlebt, dass Mitglieder einer Institution in so kurzer Zeit so konstruktiv mit einer anspruchsvollen Situation umgegangen sind», sagt Herren begeistert.

Hat sich inzwischen schon so etwas wie Routine eingestellt? «Ja und Nein», sagt Probst und präzisiert: «Ja, weil es inzwischen Routine ist, die Aufträge elektronisch zu kommunizieren. Nein, weil ich nach wie vor verschiedene Möglichkeiten des Distance Learning ausprobiere.» Es lohne sich, kreativ und mutig neue Sachen anzugehen, betont Probst und ergänzt: «Aktuell darf man sicher auch mit mehr Verständnis rechnen, wenn einmal etwas schief geht.»

Wie geht es nach Corona weiter?

Die Lernkurve war steil. Doch ist sie auch nachhaltig? Herren ist überzeugt: «Der Anteil an Fernunterricht wird in Zukunft zunehmen.» Es werde die «Nach-Corona-Zeit» geben, in der das Distance Learning didaktisch begründet einen fixen Platz in Lehrveranstaltungen und Curricula einnehmen werde. Das sieht auch Di Pietro so: «Bei der Konservierung und Restaurierung ist die Arbeit mit den Objekten vor Ort wesentlich.» Sie hätten jedoch im Team erkannt, dass ein Teil des Unterrichts und der Dokumentationsarbeit der Studierenden mit Distance Learning erfolgen könne. Das habe ausserdem den Vorteil, dass man sich im Kontaktstudium auf das Wesentliche konzentrieren und mehr Zeit für individuelle Betreuung nutzen könne. Auch Probst ist positiv eingestellt: «Alle mussten ihre Hemmungen überwinden, das bewährte Kontaktstudium durch neue, digitale Konzepte zu ersetzen. Das eine oder andere werden wir sicher in die ‘Nach-Corona-Zeit’ mitnehmen». Es sei wichtig, dass die Entwicklung weitergehe, ergänzt Di Pietro. «Wir müssen ein didaktisches System entwickeln, das widerstandsfähiger gegen Katastrophen ist. Distance Learning ist eine Möglichkeit dazu.»

Fachstelle Hochschuldidaktik & E-Learning

Die Fachstelle Hochschuldidaktik & E-Learning HdEL unterstützt Dozierende, Lehrbeauftragte und Studiengangsleitende der BFH mit folgendem Leistungsangebot:

  • didaktische Weiterbildungen
  • didaktische Beratungen
  • Hilfe beim Einbinden von digitalen Medien in die Lehre
  • Hilfe bei der Suche nach geeigneten didaktischen Methoden
  • Unterstützung beim Abstimmen von Lernzielen, Lernarrangements und Kompetenznachweisen
  • Beratung beim Formulieren von Kompetenzprofilen und der Entwicklung eines kongruenten Curriculums
  • Beratung bei der Erarbeitung eines didaktischen Konzepts

Mehr Informationen zu HdEL finden Sie im Intranet oder in der HdEL-Broschüre.

Dieser Beitrag gefällt mir

11+

1 Kommentar

  1. danke vielmals ans team hdel für die tolle unterstützung zu jeder zeit. und ein riesiges dankeschön geht auch an das team der bfh it, das sich mit einem ebenso beispiellosen engagement einsetzt, dass sowohl die plattformen „laufen“ als auch wir immer besser lernen, mit den tools umzugehen.

    0

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Please enter your comment!
Ich habe die Kommentar-Regeln gelesen und bin damit einverstanden.
Please enter your name here