Seit gut einem Jahr führen Cornelia Bühler und Christine Salzmann als Co-Leiterinnen die Abteilung Human Ressources. Im Interview sprechen sie über die Stärken der BFH als Arbeitgeberin und bevorstehende Herausforderungen.
Christine Salzmann und Cornelia Bühler im Interview
Christine Salzmann und Cornelia Bühler im Interview. Bild: Corina Lardelli

Anfang Jahr wurden die Resultate der Mitarbeitendenbefragung bekannt. Wie werten Sie die Ergebnisse?
Cornelia Bühler: Wir sind grundsätzlich zufrieden. Vor allem die Rücklaufquote von 62 Prozent ist erfreulich. Wir werten diese Quote als Zeichen des Interesses, dass die Mitarbeitenden ihre Meinung kundtun wollen, aktiv dabei sind und mitdenken. Der Zufriedenheitswert liegt BFH-weit genau auf dem Benchmark der anderen Hochschulen. Je nach Departement und Organisationseinheit gab es aber grosse Unterschiede. Wichtig ist deshalb, dass die Resultate individuell angeschaut und anschliessend spezifische Massnahmen zur Verbesserung abgeleitet werden. Es gilt: Je tiefer die Ebene, auf der eine Massnahme angesetzt werden kann, desto wirkungsvoller ist sie.

Welche Massnahmen konnten in der Zwischenzeit umgesetzt werden?
Christine Salzmann: Der Rektor hat die Weiterverarbeitung der Resultate und die Ableitung von Massnahmen BFH-weit als Ziel vorgegeben. Jede Organisationseinheit muss Massnahmen zur Steigerung der Mitarbeitendenzufriedenheit definieren und umsetzen. Bei uns in der HR-Abteilung haben wir die Ergebnisse offen besprochen und einen Fokus auf das Thema «Weiterentwicklung» gelegt. Im Sinn eines «Seitenblicks» ermutigen wir unsere Mitarbeitenden im kommenden Jahr unter anderem einen Tag lang ein Teammitglied bei der Arbeit zu begleiten. So wird der berufliche Horizont erweitert, das Netzwerk und die Fach- und Sozialkompetenzen werden gefördert. Ausserdem kann Best Practice miterlebt werden.

Wenn Sie drei Stärken der Arbeitgeberin BFH hervorheben dürften, welche wären es?
Christine Salzmann: Die Vielfalt. Die abwechslungsreichen Tätigkeiten. Die Möglichkeit, Wissen weiterzugeben. Das ist die intrinsische Motivation der BFH-Mitarbeitenden, die auch immer wieder aus Befragungen hervorgeht.

Cornelia Bühler: Wir können mit der Privatwirtschaft oftmals nicht mithalten, was den monetären Lohn angeht. Die BFH muss anders überzeugen. Nebst den genannten Stärken ist die Freiheit in der Arbeitszeitgestaltung ein weiterer Vorteil. Ebenfalls die immer besser werdenden Möglichkeiten bei der Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben. Viele Arbeitgeber schreiben sich das auf die Fahne, aber an der BFH wird Vereinbarkeit wirklich gelebt.

Angenommen, das Personalbudget der BFH würde verdoppelt, wofür gäben Sie das Geld aus?
Christine Salzmann: Ich würde es ins Marketing investieren. Die BFH als Marke stärken, dass man sie draussen besser kennt. Das ist mir ganz wichtig. Den Rest würde ich dafür einsetzen, dass der Campus Bern schon früher bezogen werden kann (lacht).

Cornelia Bühler: Wir müssen uns als Arbeitgeberin besser positionieren, denn die BFH hat viel zu bieten: Spannende Inhalte, ein vielfältiges Umfeld, innovative Themen sowie die Möglichkeit von Homeoffice– und Teilzeitarbeit, Jobsharing und so weiter. Das ist alles sehr gefragt auf dem Arbeitsmarkt. Nun gilt es, diese Vorzüge noch bekannter zu machen. Von Seiten HR haben wir genau aus diesem Grund das Projekt «Arbeitgeberpositionierung» gestartet. Wir wollen unsere Stelleninserate auffrischen, den Auftritt im Web verbessern, Social Media sowie das berufliche Netzwerk unserer Mitarbeitenden aktiver nutzen.

In die Zukunft gedacht: Wohin will die BFH als Arbeitgeberin?
Christine Salzmann: Wir wollen im Kanton Bern als attraktive Arbeitgeberin wahrgenommen werden. Dass wir rund 2500 Mitarbeitende beschäftigen und überaus spannende, vielfältige und zukunftsorientierte Jobs bieten, ist noch zu wenig bekannt. Das müssen wir ändern.

Cornelia Bühler: Auch die Digitalisierung wird uns weiter begleiten. Als Hochschule sollten wir in diesem Bereich eine Vorreiterrolle einnehmen. Dasselbe gilt auch für andere gesellschaftliche Themen. Es wird künftig immer mehr Ü60-Mitarbeitende geben, die in der Arbeitswelt jungen Menschen begegnen. Die ganzen Umweltproblematiken werden weiter beschäftigen … Unser Auftrag als Hochschule und Arbeitgeberin muss sein, die Studierenden auf all diese Herausforderungen vorzubereiten und selbst mit gutem Beispiel voranzugehen.

Stichwort Personalentwicklung: Die Departemente wurden von der FHL aufgefordert, neue Ausführungsbestimmungen festzulegen, die den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Warum ist das wichtig?
Cornelia Bühler: Die Aus- und Weiterbildung ist unser Kernauftrag und auch als Arbeitgeberin haben wir dem Rechnung zu tragen. Gerade Mitarbeitende des Mittelbaus stehen oft am Anfang ihrer Karriere, erlangen nebenher zusätzliche Qualifikationen und brauchen Perspektiven. Es ist deshalb wichtig, dass Mitarbeitende mit Potenzial und Leistungsvermögen begleitet werden, dass ihnen Chancen aufgezeigt und Weiterentwicklungsmöglichkeiten geboten werden.

Christine Salzmann: Ein wichtiger Punkt ist auch, dass wissenschaftliche Mitarbeitende befristet angestellt sind. Das ist für sie nicht immer einfach, aber gewollt. Der Weg vom Assistierenden zum wissenschaftlichen Mitarbeitenden, zum Dozierenden ist bei uns kein durchgängiger Weg, denn zwischen diesen Stationen sollen immer wieder Erfahrungen aus der Praxis einfliessen. Das ist wichtig, denn als Fachhochschule stehen wir für eine angewandte Wissenschaft.

Viele Mitarbeitende, darunter auch zahlreiche Kader, werden 2021 pensioniert. Wie gehen Sie vor, um die Stellen erfolgreich neu zu besetzen?
Cornelia Bühler: Grundsätzlich sind Pensionierungen planbar. Wir führen deshalb seit längerer Zeit mit den betroffenen Mitarbeitenden Zukunftsgespräche. Nachfolgelösungen können sowohl intern als auch mittels externer Rekrutierung gefunden werden.

Christine Salzmann: Für uns ist die Situation herausfordernd, aber spannend. Es wird grosse Rochaden geben, gerade weil viele Führungspersonen betroffen sind.
Wichtig ist uns, dass wir denjenigen, die in Pension gehen, mit Wertschätzung begegnen. Diese Führungs- und Fachkräfte waren teilweise 20 oder 30 Jahre an der BFH tätig und haben einen super Job gemacht. Gleichzeitig müssen wir versuchen, ihr Know-how und ihr Netzwerk abzuholen, um beides weiter für die BFH nutzen zu können.

Teilzeit, Jobsharing und Co.: Sie selbst teilen sich die HR-Leitung. Wie erleben Sie diese Aufgabe? Wo sehen Sie Vorteile? Wo liegen die Schwierigkeiten?
Christine Salzmann: Wir schätzen es sehr, dass die BFH uns ermöglicht hat, die Co-Leitung anzutreten. Unsere Arbeit ist fordernd und abwechslungsreich. Gleichzeitig bringt die Co-Leitung auch für die BFH Vorteile: Cornelia und ich bringen beide unterschiedliche Erfahrungen und Kompetenzen ein und haben zusammen eine hohe Präsenzzeit.

Cornelia Bühler: Wir ergänzen uns optimal und sind motiviert, die kommenden Herausforderungen anzugehen. Beim Co-Leitungsmodell liegt die Schwierigkeit oft darin, dass für die Mitarbeitenden unklar ist, wer ihre Ansprechperson ist und wer was entscheidet. Das konnten wir zum Glück von Anfang an klären. Unsere Mitarbeitenden sind das A und O für uns.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

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