Fast jedes Unternehmen verfügt heutzutage über Corporate Influencer. Mitarbeitende also, die auf ihren Social-Media-Kanälen Einblicke in ihre Arbeit gewähren, Know-how teilen oder über ihren Arbeitgeber sprechen. Sie treten damit als Markenbotschafter auf – lebendig, gewinnbringend, von Mensch zu Mensch.

Social-Media-Engagement ganz praktisch

Stufe 1: Kontrollieren Sie regelmässig, ob Ihre Social-Media-Profile aktuell sind. Auch ein professionelles Foto gehört dazu. Die Texte dürfen sympathisch daherkommen, auch im CV.

Stufe 2: Was möchten Sie im beruflichen Umfeld mit Social Media erreichen? Vernetzen Sie sich mit Personen und Organisationen, die für dieses Ziel relevant sind.

Stufe 3: Investieren Sie regelmässig etwas Zeit auf den Plattformen, die beruflich für Sie wichtig sind. Lesen, liken und kommentieren Sie interessante Inhalte. Beiträge, die zu Ihrem Fachgebiet passen, können Sie auch mit Ihren Followern teilen.

Stufe 4: Publizieren Sie regelmässig selbst Inhalte zu Ihrem Fachgebiet, welche für Ihre Zielgruppe relevant sind. Sie können interessante Links teilen, Meinungen zu aktuellen Diskussionen veröffentlichen sowie Vorträge, Folien oder Blogbeiträge verlinken.

Markenbotschafter sind für Unternehmen wichtig. Viele von ihnen sind heute auf Social Media unterwegs. Sie alle, so Social-Media-Expertin Barbara Schwede, zeigen im Idealfall auf eine individuelle, sympathische Art und Weise, wie ein Unternehmen funktioniert. Aus Sicht der Mitarbeitenden seien die Gründe, sich auf sozialen Netzwerken zu bewegen, unterschiedlich, sagt Schwede: Ich möchte für mein Team potentielle Mitarbeitende finden. Ich möchte Wirtschaftspartner für meine Forschungsprojekte gewinnen. Ich möchte mich selbst in einem bestimmten Umfeld positionieren.

Wichtig sei, dass man ein paar übergeordnete Kriterien befolge, wenn man sich im beruflichen Umfeld auf Social Media bewege, erklärt Barbara Schwede. Es brauche etwa eine gewisse Regelmässigkeit von Beiträgen. Auch sei es wichtig, auf die Zielgruppe zugeschnitten aufzutreten – Fachjargon zum Beispiel sei nur dann zu verwenden, wenn die Community ausschliesslich aus Fachleuten bestehe. Im Austausch mit anderen dürfe gerne auch Humor oder Gefühl einfliessen – immer unter der Voraussetzung, sich nicht von Emotionen hinreissen zu lassen. Beim Posten von Bildern sei ausserdem sicherzustellen, dass die Abgebildeten ihr Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben haben.

Inspirierende Beispiele

«Natürlich sind niemals alle Mitarbeitenden gleich aktiv auf Social Media», führt Barbara Schwede weiter aus. Wer sich mit diesen Kanälen auseinandersetzen möchte, könne dies denn auch auf unterschiedlichen Ebenen tun (vgl. Kasten). Beispiele, wie Social Media in einem beruflichen Kontext eingesetzt werden können, zeigen die folgenden Textabschnitte. Barbara Schwede hat nach Absprache die Profile von drei BFH-Mitarbeitenden genauer angeschaut.

Facebook: Cornelia Herholz, Dozentin für Pferdewissenschaften, Hochschule für Agrar-, Forst und Lebensmittelwissenschaften (HAFL)

Facebook-Post
Der Post auf der linken Seite beleuchtet auf eine schöne Art und Weise, wie Abschlussreisen des BSc Pferdewissenschaften an der HAFL ablaufen. So kann Wissen aus dem Arbeitsbereich mit der Community geteilt werden. Optimiert werden könnte hier die Verlinkung zum Facebook-Profil der HAFL. Dies wiederum ist beim geteilten Post vom 18. Juni gut umgesetzt. Bild: Screenshot facebook.com

«Mit einem Personenprofil auf Facebook spricht man ein breites Publikum an», erklärt Schwede. Es sei deshalb besonders wichtig, verständlich zu sein und in einer Sprache zu kommunizieren, die alle verstünden. Ausserdem seien die Inhalte auf diesem Kanal als in sich abgeschlossen zu betrachten. Man poste einen Text und ein Bild von etwas, das einen gerade interessiere. Der nächste Post könne dann auch wieder von etwas ganz anderem handeln.

Die nähere Betrachtung des Profils von Cornelia Herholz ergab, dass sie sich auf diesem Kanal in einem privaten Umfeld bewegt. Personen, die nicht zu ihren Kontakten gehören, haben nur einen beschränkten Einblick in ihre Posts. Für alle gut sichtbar ist hingegen ihr Steckbrief, der Angaben zu ihrem Beruf enthält und Interessierte mit einem weiterführenden Link zur Facebookseite der BFH-HAFL führt. Besonders gefallen Barbara Schwede auch die lebendigen Bilder, welche die Beiträge greifbarer werden lassen sowie die immer wiederkehrende Bearbeitung des Themas «Pferdewissenschaften».

«Noch besser wäre, wenn Cornelia Herholz die genannten Abkürzungen ausschreiben würde», sagt Barbara Schwede. Ebenfalls sollte sie darauf achten, dass die Posts immer mit weiterführenden Links ergänzt sind, sodass Interessierte auf Wunsch mehr Informationen einholen können. Sowohl interessant für die Community wie auch für die Hochschulkommunikation könnte es ausserdem sein, die Forschungsergebnisse des Instituts darzustellen. Warum gibt es «Pferdewissenschaften» an der BFH und was leisten die Mitarbeitenden dort?

Twitter: Heiner Baur, Leiter aF&E Physiotherapie, Departement Gesundheit

Post auf Twitter
Der gezeigte Post vermittelt Freude am Kongress. Er beinhaltet weiterführende Links und die Twitterfunktionalitäten wurden gut genutzt. Auch der Retweet wirkt sympathisch, weil damit eine Person aus den Kontakten unterstützt werden kann, die einen Bezug zum eigenen Thema hat (Community-Gedanke). Bild: Screenshot twitter.com

Im Gegenzug zu Facebook seien die beiden Kanäle Twitter und LinkedIn klar auf das berufliche Umfeld ausgerichtet, erläutert Schwede. Wichtig sei deshalb, bei den kommunizierten Inhalten auf einen roten Faden zu achten. Ebenfalls von grosser Bedeutung sei bei beiden Kanälen der Einsatz von Hashtags. Dies, damit man im Zusammenhang mit bestimmten Themen auch gefunden werde.

Heiner Baur gelingt die Verfolgung eines roten Fadens gut. In seinem Profil werden «seine» Themen sofort sichtbar und er kommuniziert trotz eingeschränkter Platzverhältnisse (280 Zeichen pro Tweet) auf eine verständliche Art und Weise. Mit seinen Retweets setzt er den Community-Gedanken von Twitter gut um, indem er Inhalte anderer User an seine Community weiterleitet. Zwischendurch zeigt er mit Posts zum Thema Eishockey ausserdem eine private Seite, was auf diesem Kanal durchaus sympathisch wirkt.

Ausbauen könnte Heiner Baur seine Aktivitäten gemäss Barbara Schwede, indem er sein Ziel noch etwas klarer herausarbeitet. Bei seinem Profil könnte er etwa ergänzen, wonach er sucht (z.B. «looking for research data») oder wo er tätig ist. Auch könnte er seine Posts noch mehr mit Bildmaterial illustrieren. «Bilder sind immer ein guter Scroll-Stopper und ziehen die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich», erklärt Schwede. Weil Heiner Baur schon relativ häufig postet, könnte er auch über ein Planungstool nachdenken, das ihm hilft, die Posts noch besser zu verteilen. Als einfach zu bedienende und kostenlose Tools nennt Barbara Schwede an dieser Stelle «Buffer» und «Hootsuite».

LinkedIn: Roger Zemp, Koordinator Industry Relations, Departement Technik und Informatik

Screenshot aus dem Linkedin-Profil
Das linke Beispiel zeigt einen ansprechenden Veranstaltungshinweis zum Tag der Ingenieure inklusive Bild und Link zur Anmeldung. Was hier noch verbessert werden könnte, ist die Verlinkung des Profils der Berner Fachhochschule. Beim zweiten Beispiel gefällt der Kommentar, damit erhält der geteilte Post mehr Gewicht und der Leser einen zusätzlichen Leseimpuls. Bild: Screenshot linkedin.com

Auch Roger Zemp ist regelmässig auf Social Media unterwegs, teilt eigene Inhalte und scheint gut vernetzt. Sein LinkedIn-Profil ist bereits ausführlich erfasst. Gemäss Barbara Schwede dürfte er noch etwas detaillierter angeben, wonach er sucht oder was er bietet. Was gefällt, ist der gekonnte Einsatz von Hashtags – eine Funktion, die neben Twitter auch für LinkedIn immer mehr an Bedeutung gewinnt. «Ein bis zwei Hashtags pro Post wären sinnvoll», betont Schwede.

Erweitern könnte Roger Zemp seine Aktivitäten, indem er seine geteilten Beiträge noch häufiger kommentiert. Warum teilt er diesen Beitrag? Was findet er gut? Was sieht er kritisch? So könnte er mit seiner Community noch stärker in Interaktion treten.

Taggen, teilen, folgen

Konnten Sie, liebe Mitarbeitende, aus dem Beitrag den einen oder anderen Tipp mitnehmen? Haben Sie Lust, das Abenteuer Social Media zu starten oder packt Sie der Ehrgeiz, zusätzliche «Likes» einzufangen? Teilen Sie die Inhalte der BFH mit Ihrem Netzwerk, wenn sie Ihnen gefallen. Taggen Sie Passendes mit #bernerfachhochschule und interessieren Sie sich für die Posts Ihrer Arbeitskollegen, wenn diese Sie thematisch ansprechen. So können Netzwerke sinnvoll eingesetzt und positive Botschaften nach aussen getragen werden.

Weitere Tipps

Übrigens, wenn Sie Fragen zu den Social-Media-Kanälen der BFH haben oder bei einem Post im eigenen Profil im beruflichen Kontext unsicher sind, kontaktieren Sie die Social-Media-Verantwortlichen Ihres Departements.

Weitere Anhaltspunkte geben ausserdem die Social-Media-Guidelines der BFH.

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